OÖN: Wilheringer durfte verschleppten Sohn frohe Weihnachten wünschen

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OÖN: Wilheringer durfte verschleppten Sohn frohe Weihnachten wünschen

WILHERING. Nachdem Samuel in der Vorwoche bei einem Besuch auf dem Weihnachtsmarkt von seiner Mutter, einer Tschechin, verschleppt wurde, hatte der Vater nun erstmals mit seinem Sohn Kontakt: „Sie haben mir erlaubt, Samuel frohe Weihnachten zu wünschen“, sagt Harald F.

Es waren alles andere als fröhliche Weihnachten für den ÖBB-Bediensteten aus Wilhering. „Man fühlt sich so hilflos. Das ist das Schlimmste“, sagt der 36-jährige Vater von Samuel gestern gegenüber den OÖNachrichten. Die unzähligen Versuche, mit seinem Sohn am Heiligen Abend Kontakt aufzunehmen, bleiben zunächst ohne Erfolg. „Ich habe permanent SMS geschickt und angerufen“, sagt der Vater. Als es schließlich klappt, können die beiden nicht wirklich miteinander reden. Lediglich „frohe Weihnachten“ kann Harald F. seinem Sohn wünschen.

Wie es Samuel wirklich geht, weiß der Wilheringer nicht, er hofft und bangt: „Er war öfters bei seiner Mutter zu Besuch. Er kennt die Gegebenheiten dort. Ich hoffe, dass er die Situation als halbwegs normal betrachtet. Bisher bin ich nach einer oder eineinhalb Wochen immer gekommen und habe ihn abgeholt.“

Wie berichtet, war die Mutter des Kindes unter dem Vorwand, sie wolle Samuel unbedingt kurz vor Weihnachten noch einmal sehen, nach Linz gekommen. Man vereinbarte ein Treffen auf dem Weihnachtsmarkt im Linzer Volksgarten. Dort jedoch verschwand die 26-jährige Tschechin mit dem Kind spurlos. Sofort eingeleitete Fahndungen in Oberösterreich und Südböhmen blieben erfolglos.

Laut dem Familienrechtsexperten Günter Tews hätte die Mutter auch in Tschechien rechtlich sehr schlechte Chancen, das Kind zu behalten. Nach EU-Recht sei laut Tews nur Österreich zuständig. „Die Mutter hat zugestimmt, dass mein Mandant das alleinige Sorgerecht erhält. Das besitzt auch in Tschechien Gültigkeit.“ Heute, Montag, wolle man zunächst beim Bezirksgericht Traun eine Herausgabeverfügung für das Kind erwirken.

„Wir fahren aber zwei Schienen“, so Tews. Weiters werde man einen Antrag nach dem Haager Kinderentführungs-Abkommen stellen. „Dabei handelt es sich um ein beschleunigtes Verfahren, in dem Tschechien ersucht wird, eine rasche Rückgabe des Kindes zu erwirken“, so der Familienrechtsexperte. Dabei würden strenge Vorgaben gelten. Innerhalb von sechs Wochen müsse entschieden werden.

By | 2016-07-08T11:53:03+00:00 27.12.2010|Aktuelles|