OÖN: Schotterwerk Pichling

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OÖN: Schotterwerk Pichling

„Ich habe den Eindruck, das Schotterwerk soll durchgedrückt werden“

LINZ. Nach der jüngsten Verhandlung über das geplante Schotterwerk nahe dem Naherholungsgebiet Pichlingersee herrscht bei den Gegnern Katerstimmung: „Ich habe den Eindruck, das Schotterwerk soll unbedingt durchgedrückt werden“, sagt Winfried Sattlegger, Anwalt der Stadt Linz.

Seit Jahren läuft das Behördenverfahren für das Werk, das nahe dem Pichlingersee und dem Natura-2000-Schutzgebiet pro Jahr 120.000 Tonnen Schotter liefern soll – mit bis zu 120 LKW-Fahrten pro Tag. Nun steht nur noch das Verfahren nach dem Mineralrohstoffgesetz aus.

Die Stadt Linz, die in erster Instanz das Verfahren führte, versucht nun als Standortgemeinde die Schottergrube zu verhindern. Sie stützt sich dabei auf ein Gutachten, wonach der Schotter in diesem Areal nicht immissionsneutral abgebaut werden könne. Das heißt, dass die gesetzlich vorgeschriebenen Werte für Feinstaub überschritten würden. Das Land, das das Behördenverfahren leitet, ließ dieses Gutachten durch einen weiteren Sachverständigen überprüfen. Dieser kam nun zu einem anderen Ergebnis: Wenn das Abbaugebiet u-förmig durch drei mehrere hundert Meter lange, sechs Meter hohe Erdwälle mit Lärmschutzwänden abgeschottet wird, könne das Projekt genehmigt werden.

Der Stadt stößt sauer auf, dass der Verhandlungstermin nur fünf Tage und das Gutachten erst einen Tag vorher bekannt gegeben wurden. „Wir hatten nicht ausreichend Zeit, zu prüfen“, sagt Winfried Sattlegger, Anwalt der Stadt Linz. Diese hat nun drei Wochen Zeit für eine Stellungnahme. „Ich gehe davon aus, dass das Taktik ist. Ich habe den Eindruck, das Schotterwerk soll unbedingt durchgedrückt werden. Es gibt ein Interesse am Schotterabbau im Naherholungsgebiet.“

„Es gibt keine Weisungen“

Dagegen wehrt sich Karin Pindur vom Büro des ressortzuständigen Landesrates Rudi Anschober (Grüne): „Niemand hat Interesse daran, die Schottergrube durchzudrücken. Es gibt auch keine Weisungen des Landesrates.“ Dem Antragsteller müsse aber ein faires Verfahren ermöglicht werden. „Wir sind in einem Rechtsstaat.“ Eine Entscheidung soll in den nächsten Wochen fallen.

Asten will klagen

Der Bürgermeister von Asten, Karl Kollingbaum (SP), prüft rechtliche Schritte gegen das geplante Schotterwerk. Er ärgert sich, dass weder er noch die Anrainer zur letzten Verhandlung geladen wurden. Nicht nötig, heißt es dazu vom Land: Nur die Stadt Linz habe in diesem Punkt Parteienstellung.

By | 2017-11-13T17:03:18+00:00 06.07.2011|Aktuelles|