OÖN: LASK-Lizenz: Der Rechtsanwalt ist am Ball

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OÖN: LASK-Lizenz: Der Rechtsanwalt ist am Ball

Im Gasthaus Templ in St. Marien könnte am Donnerstag ab 19.30 Uhr sehr scharfe Kost serviert werden. Beim vor Monaten von der örtlichen Raffeisenbank und dem Wirtschaftsbund organisierte Diskussionsabend mit dem Titel »LASK Linz – ein Herzstück unserer Heimat« dürften die Emotionen hoch gehen.

LASK-Präsident Peter Michael Reichel, der vor Tagen gedroht hatte, den Traditionsverein sportlich in die Wüste zu schicken, hat die schwarz-weißen Fans mit dieser Aussage auf die Barrikaden geschickt. Er dürfte heute in St. Marien eher Zielscheibe als Diskussionspartner sein.

Rechtzeitig hat sich der Welser inzwischen ein Schutzschild gebastelt und versprochen, alles unternehmen zu wollen, dass der LASK dem drohenden Lizenzentzug entgeht. Der Linzer Rechtsanwalt Klaus Steiner ist seit Montag am Ball, um einen wirkungsvollen Protest gegen den ersten Entscheid des Bundesliga-Senates zu formulieren. „Wir werden einige Dinge nachreichen und versuchen, alle Vorbehalte zu entkräften. Der Zeitdruck ist allerdings ein Problem“, sagt der Jurist, der die Lizenzverweigerung für den LASK nicht ganz nachvollziehen kann. Der vorhandene Ermessensspielraum sei jedenfalls sicher nicht zugunsten des Linzer Noch-Bundesligisten ausgelegt worden.

Hinter den Kulissen formieren sich in diesen Tagen wieder die üblichen Seilschaften. Die verbliebenen Freunde des LASK investieren beim Versuch, Präsident Reichel zu entmachten, Emotionen, aber nicht das nötige Kapital (der Preis des Welsers pendelt angeblich zwischen fünf und sechs Millionen Euro). Reichel seinerseits versucht, neue Investoren ins Spiel zu bringen und ist damit ähnlich erfolgreich wie die LASK-Elf in dieser Saison beim Punktesammeln. Dass für ihn bei vielen potenten oberösterreichischen Unternehmen die Türen zugefallen sind, schreibt er destruktiven Kräften, die gegen ihn arbeiten würden, zu. Mit seiner zuletzt geäußerten Kritik an Oberösterreichs ÖFB-Präsident Leo Windtner dürfte er sich ein Eigentor geschossen haben. Der Energie-AG-Chef war es nämlich, der vor Jahren im Hintergrund viel zur finanziellen Sanierung des LASK beigetragen hat. „Er hat beim LASK das Bett gemacht – und der Reichel hat sich reingelegt“, sagt man im Umfeld des ÖFB-Präsidenten, der sich selbst eine Replik auf Reichels Attacken sparen möchte. „Reichel ist nicht mein Gegner, mir ist es eigentlich egal, wer beim LASK Präsident ist, nur wäre es für Oberösterreich wirklich wichtig, dass es einen LASK gibt, der in der Bundesliga mitmischt.“ Derzeit ist der Traditionsklub davon weit entfernt.

By | 2016-07-08T11:42:53+00:00 05.05.2011|Aktuelles, Presse|